Advent, Advent, das Wadl brennt!

Am Sonntag dem 1. Advent gönnten wir uns zur Einstimmung auf die schöne Adventzeit eine Tour der Extraklasse!

Am So um 7:00 treffen Andi Spitaler und ich am Parkplatz in Bischofshofen ein und fahren noch ein wenig verschlafen zum Arthurhaus in Mühlbach hinauf. Dort angekommen brachen wir zur Torsäule auf, nach ca. 1h 40min haben wir den Wandfuß der Südwand erreicht! Um den für uns Sportkletterer untypisch langem Zustieg zu verkraften machten wir eine kurze Tee und Jausenpause. Nach dem bekannten Schnig-Schnag-Schnug Losverfahren machten wir uns aus wär mit der 1.Seillänge beginnt.

1. Seillänge

Es war Andi der die Erste Seillänge führte, spielerisch klettert er hoch bis zur Schlüsselstelle dieser Länge. Kurzes schütteln, schon hat er die richtige Lösung gefunden und spazierte im On-sight zum ersten Stand! Ich folgte ihm durch die sehr kompakte und super schön zu kletternde Länge doch an der Schlüsselstelle rutsche mir mein Fuß und ich hänge im Seil *Shi**, doch beim zweiten Anlauf konnte ich die Stelle auf Anhieb meistern. 

2. Seillänge

Nun war ich an der Reihe das scharfe Ende zu übernehmen. Ich blickte auf die strukturlose Platte und hatte noch nicht wirklich eine Idee wie ich diese durchsteigen sollte. Zusätzlich nagte ein erbarmungsloser Kaltpump der ersten Länge noch an meinen Unterarmen! Ich konnte links oben einen kleinen Riss erkennen, welchen ich anklettern wollte. Dieser entpuppte sich doch als völlig unbrauchbar und es ging abwärts! Super dachte ich mir 2 Seillängen, 2 Stürze! Ich tüftelte noch ein wenig herum bis ich die für mich richtige Lösung gefunden habe und konnte den Rest dieser Länge problemlos durchsteigen. Andi folgte mir über die diese technisch sehr Anspruchsvolle Plattenstelle, konnte sie dann auch sturzfrei meistern. Bei mir oben angekommen war mir uns einig das diese mit 8/8+ angegebene Stelle doch noch kniffeliger ist als die vermeintlich erste Schlüsselseillänge.

3. Seillänge

So wieder Führungswechsel war angesagt Andi übernahm wieder, die folgenden Seillängen machten uns Klettertechnisch eigentlich keine Probleme mehr. Doch hatte ich mit meinen Zehen zu Kämpfen da ihn meinen Boulderwaffen schon alle Zehen inklusive Fuß nach vier Seillängen komplett taub waren. Irgendwo in der 5. Seillänge flog Andi kurz vor dem Stand noch aus einer ''einfachen Stelle'' raus, da er zu früh zum Quergang ansetzte. Somit vermasselte er sich auch seine Onsight-Begehung. Trotzdem legte er eine sensationelle Leistung hin, konnte alle anderen um vieles schweren Längen ziemlich locker klettern und beeindruckte mich mit einer sehr ausgefeilten Fußtechnik!  

Die Kälte

In der 6 Seillänge angekommen verschwand die Sonne und der Wind frischte auf, Andi führte die letzte 7.Seillänge und ich kühlte sichernd im Stand hängend total aus! Als Andi an der 7 Seillänge (Abseillänge) angekommen ist, war auch bei ihm schon der Schatten angekommen. Ich hatte zu tun den Stand noch abzubauen, konnte kaum mehr den Karabiner anfassen, an klettern war nicht zu denken so arbeitete ich mich irgendwie zu Andi hinauf. Zitternd hangen wir gemeinsam auf dem Stand und waren uns einig die 2 ausstehenden leichten Seillängen nicht mehr zu klettern. Da wir ja ohnehin auf der vorgesehen Abseilpiste angekommen waren und empfohlen wird an der 7 Seillänge abzuseilen! Nun seilten wir 3-4 mal ab, bis wir wieder den rettenden Boden unter den Füßen spürten! Rein in die Socken, Überjacke an Tee raus und wir konnten uns wieder halbwegs aufwärmen! Als wir beim Auto unten angekommen sind war es bereits finster! 

Fazit

Eine der schönsten Mehrseilrouten die ich bis jetzt geklettert bin, sehr anhaltende Kletterei, gute Fußtechnik empfehlenswert! Andi und ich waren uns trotz der Kälte am Schluss einig das es eine sensationelle Tour ist! Eine sehr gute Abwechslung zum Sportklettern und Bouldern mit dem wir sonst die Meiste unserer Zeit verbringen!

Bei einem Bier in Bischofshofen ließen wir noch den Tag Revue passieren!